Hippotherapie

Was ist Hippotherapie-K®?

Hippotherapie-K (HTK) ist Physiotherapie mit Hilfe eines speziell ausgebildeten Pferdes. In der Therapie wird die Bewegung des Pferdes im Schritt genutzt um verschiedene Behandlungsziele zu erreichen. Hierbei lässt der Patient sich von der Bewegung des Pferdes mittragen und die Physiotherapeutin erteilt Hilfestellungen, unterstützt die gewünschte Beckenbewegung oder instruiert Übungen für die Körperhaltung und Aufrichtung. 

Der Patient wirkt nicht aktiv auf das Pferd ein, die HTK ist somit kein Reiten. Das Pferd wir von einer Drittperson geführt und durch unterschiedliches Terrain oder Wendungen kann die Therapie einfacher oder anspruchsvoller gestaltet werden.

Unter dem Begriff Hippotherapie werden international unterschiedliche therapeutische Aktivitäten mit Hilfe des Pferdes angeboten. Die Hippotherapie-K (K steht für die Begründerin Ursula Künzle), definiert einen klar abgegrenzten Anwendungsbereich und ist eine offiziell anerkannte kassenpflichtige medizinische Massnahme für Patienten mit Multipler Sklerose und Kindern mit einer Cerebralparese. HTK wird vom Arzt verordnet und nach erfolgter Kostengutsprache der Krankenkassen von speziell ausgebildeten Physiotherapeuten durchgeführt. 

Wirkung der Hippotherapie-K®?

Das Pferd übermittelt auf das Becken des Patienten einen rhythmischen dreidimensionalen Impuls, der den gangtypischen Bewegungen des Menschen ähnlich ist. Dadurch wird körperbehinderten Menschen ein funktionelles Rumpftraining ermöglicht. Hierbei sollen Kopf und Oberkörper als stabiler Körperabschnitt in aufrechter und symmetrischer Position gehalten werden, während das Becken die Bewegung des Pferdes übernimmt und mobilisierend zulässt. Dabei werden Sitzbalance, Oberkörpersymmetrie, sowie Gleichgewichts- und Haltungsreaktionen gefördert und die Rumpfmuskulatur gestärkt. Dank dem Spreizsitz auf dem Pferderücken wird die Muskulatur der Beine gedehnt und gelockert, was insbesondere die Spastizität bei neurologischen Erkrankungen positiv beeinflusst. 

Die Therapie mit dem Pferd in der Natur hat nebenbei einen gewinnbringenden Aspekt auf Psyche und bietet den Patienten eine wertvolle und positive Abwechslung im Alltag.

 

Welche Patienten profitieren von der Hippotherapie-K®

Kinder und Erwachsene mit zentral neurologischen Bewegungsstörungen (Gehirn oder Rückenmarkbedingt) profitieren deutlich von der Therapie. Diese Patienten haben sehr häufig Schwierigkeiten mit der Bewegungskoordination, mit dem Gleichgewicht und der Körperhaltung im Sitz oder Stand. Durch Ausweich- und Kompensationsbewegungen leiden die Patienten unter teils stark abgeschwächter und auch verspannter Muskulatur. Auch Patienten mit Spastik profitieren deutlich durch die Position und Bewegung auf dem Pferd. Hierbei sind auch Paraplegiker oder Tetraplegiker, inkomplett gelähmt oder im Rollstuhl sitzend, nicht ausgeschlossen. 

Nebst den klassisch indizierten Krankheitsbildern können auch Patienten mit Hüft- und Rückenbeschwerden oder Skoliose Patienten ihre Symptome durch die Therapie auf dem Pferd positiv beeinflussen.